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MAP #5  Archiv / Prozesse 2

Editorial (Editorial engl.)

 

I  TRANSPARENZ

 

Polyphonic Recounting – Opening the institution; the case of the
Fundació Antoni Tàpies Barcelona

Laurence Rassel (Barcelona)

All the documents generated by the activities of the Fundació Antoni Tàpies in Barcelona are considered to be a public archive, and they will all be digitized. Indeed, an artwork generates documents by its mere existence. These are collected as “physical traces”, “leftovers”, marks of existence of what is defined by those working at and shaping the Museum as events, events that are happening in time and space in the Fundació. We gave the name Arts Combinatòries to the process of archiving, of digitizing and opening a space, real and virtual, that provides access to the archive in the institution. The article reflects on the notion of open access not only in the digital world but also in the museum.   Mehr…

 

Staging the documentary. Babette Mangolte and the curatorial ‘dispositif’ of performance’s histories

Barbara Clausen (Montréal)

Barbara Clausen thinks about the relationship between experience and knowledge in curating performance art. She will in particular talk about her curatorial work on Babette Mangolte's first international solo exhibition which took place at the VOX center for contemporary art in Montreal in 2013. This exhibition and film retrospective showcased Mangolte's various practices and modes of production, as one of the key chroniclers of 1970s performance in dance, visual arts and theater, ranging from early archival works to new site specific multi-media installations. Clausen will consider the complexity of Mangolte's practices in light of the current processes of change that are taking hold in the visual politics of performance arts’ past and present. In particular the shift from a body to a hybrid medium and archive based practice that has shed its aura of the ephemeral and has fully embraced its material nature. Clausen looks at Mangolte's capacity to differentiate and articulate various performative practices through their transcription into still and moving images such as photography, film, video, and slide installations. An interest that is echoed in Mangolte's desire to question the unfolding of time and its relationship to space within the mise en scène of the exhibition space. The starting point being the artists' re-reading of her early exhibition format as a dispositive to play out the mise-en-abyme of the correlative relationship of performance art to its archival status. Taking the question, how Mangolte's documentaries of the stagings she chronicled are translated into her stagings of the documentary, as the outset to speak about the very contemporary desire to look back into the present.   Mehr…

 

Partizipation. Publikumsbewegungen im modernen Museum

Elisabeth Timm (Münster)

Praxis, Performanz, Bewegung, Partizipation sind keine Postulate einer museologisch-theoretischen Diskussion, sondern bereits Leitbilder oder mission statements ganzer Häuser geworden. Der Wandel vom repräsentativen zum relationalen Modus des Zeigens wird in der Diskussion zum Wandel des Ausstellens im modernen Museum meist im Gefüge der new museology verortet. Die Ermächtigung des Publikums in partizipativen Ansätzen erscheint somit als Effekt oder Erfolg einer von außen kommenden Kritik der Institution Museum. Dabei wird ein zentraler Faktor kaum berücksichtigt: die Bildungspolitik.   Mehr…

 

Feigl & Schröder

Beiträge von Florian Feigl (Berlin) und Johannes Lothar Schröder (Hamburg)    Mehr…

 

 

 

 

 

II  VERKÖRPERUNGEN

 

Überlegungen zum Körper als Archiv

Julia Wehren (Basel)

Die Aneignung und Überlieferung im Tanz verläuft in hohem Masse über den praktischen Vollzug: Von Körper zu Körper, durch Nachahmung und basierend auf der Erinnerungsleistung des Körpers. Diese Spezifik prägt nicht nur grundlegend die Tanzgeschichte und ihre Schreibung, sie ist auch Gegenstand einer seit Mitte der 1990er Jahre virulenten Auseinandersetzung mit Archivierungsprozessen und Vermittlungsstrategien im Tanz. Welche Rolle dabei dem Körper, seiner Geschichtlichkeit und Artikulationsfähigkeit zukommt, wird nicht zuletzt in der Tanzpraxis selbst vielseitig verhandelt. Sie birgt, so meine These, auch für die Tanztheorie Erkenntnispotential. Inwiefern und warum soll hier ausgehend von zwei choreografischen Reflexionen zu Transferwegen des Tanzes dargelegt werden. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der epistemologischen Funktion des Körpers im Hinblick auf ein Archiv des Tanzes.   Mehr…

 

Namen und Geschichten. Lesarten des Tanztheaters im biographischen Zyklus von Jérôme Bel

Isa Wortelkamp (Berlin)

Der französische Choreograph Jérôme Bel setzt in seinem biographischen Zyklus von 2004-2009 das Verhältnis von Werk und Autor, von Choreographie und Choreograph in Szene, vor deren Hintergrund die Geschichten und Namen des Tanzes anders lesbar werden: Die Stücke Bels tragen als Titel die Namen der Tänzer, die in ihnen auftreten. Die Geschichte der Namensgebung in der Arbeit Bels ist auch eine Geschichte, in der sein Name als Choreograph und Autor verschwindet, wenn er erscheint und erscheint, wenn er verschwindet. Von diesem Grenz-Ort aus wäre jene Geste zu befragen, die Jérome Bel vollzieht, wenn er den Stücken, für die sein Name steht, als Titel den Namen der Tänzer gibt, die in ihnen auftreten.    Mehr…

 

Seinen Namen Geben / Geschichte(n) Tanzen

Isa Wortelkamp (Berlin)

Jérôme Bel im Gespräch mit Isa Wortelkamp   Mehr…

 

Bewegung als Kategorie der Skulptur bei Tony Cragg

Elisabeth Heymer (Berlin)

Tony Craggs Skulpturen changieren zwischen Gegenständlichkeit und Ungegenständlichkeit. Obwohl der Körper des Künstlers in seinen gegenwärtigen Skulpturen physisch nicht mehr anwesend ist, bildet die Beziehung zwischen dem Mensch und den Dingen noch immer den wesentlichen Hintergrund von Craggs Skulpturen. Die Darstellung von Bewegung in den beiden Werkgruppen Early Forms und Rational Beings unternimmt nicht den Versuch, physische Bewegungsabläufe des menschlichen Körpers figurativ abzubilden. Vielmehr interessiert es den Künstler, verschiedene Eigenschaften von Bewegung in Form zu fassen.   Mehr…

 

PERFORMERS

Portraits of Performance Artists by Johnny Amore Mehr…

 

 

 

 

 

III  PARADOXE MEDIEN

 

What can we learn from photographs of Happenings? Allan Kaprow’s “Transfer”

Eric Padraic Morrill (Berlin/Oakland)

Photographs of historical performances store valuable information, but their interpretation is also a fraught process. Accessing the knowledge they offer requires a methodological framework to prevent ourselves from projecting our knowledge into the photograph, as opposed to learning from it. This essay proposes such a framework, drawing on theories in semiology and iconology to produce guiding questions for image analysis.   Mehr…

 

Über das Unmögliche. Choreographierte Blicke der frühen Tanzfotografie

Sabine Huschka (Berlin)

Die frühe Tanzfotografie sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, das technische Zeitregime der Lichtbildaufnahme mit dem Bewegungsfluss des Tanzes zu verbinden. Dabei sollen Dokumente entstehen, die sowohl der Ästhetik des Mediums wie auch dem inszenierten Motiv ihren Eigenraum geben. Dieses Dilemma löst Hugo Erfurth mit einer spezifischen „Blickeinstellung“ und generiert dadurch Aufnahmen, in denen die Differenz zwischen sich bewegenden Körpern und deren fotografischer Abbildung in eine pragmatisch wie ästhetisch erfolgreiche Strategie überführt werden konnte.   Mehr…

 

Laborbericht: Tanzfoto 1900-1920

Eike Wittrock (Berlin)

Fotografie als historiografisches Dokument der Tanzforschung steht im Zentrum des Forschungsprojekts „Bilder von Bewegung“ an der Freien Universität Berlin. Das Vorhaben fokussiert den Zeitraum zwischen 1900 und 1920, der sowohl für die künstlerische Fotografie wie auch für den künstlerischen Tanz eine Schwellenzeit darstellt. Tanz und Fotografie entwickeln sich zu dieser Zeit durch technische Erneuerungen, aber auch durch eine Revision ihrer Darstellungs- und Herstellungsweisen zu einer eigenständigen Kunstform. Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein begriffliches Instrumentarium der Bildbeschreibung zu entwickeln und die ästhetischen Qualitäten der untersuchten Dokumente für die Historiografie fruchtbar zu machen.   Mehr…

 

Wessen Ordnung?  Zum Verhältnis von Performance und Dokumentation als künstlerische Praktiken

Lilo Nein (Berlin/Den Haag)

In den letzten Jahren sind zahlreiche theoretische und künstlerische Arbeiten und Projekte entstanden, die sich der Historisierung von Performance und ihrer Dokumentation und den daraus ergebenden Fragen gewidmet haben. Dokumentarische und archivarische Aneignungen von Performance-Kunst verschieben den Fokus tendenziell von der grundlegenden Frage, ob überhaupt gespeichert werden soll, auf die praktische Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie Wissen über Performances gespeichert, transportiert, vermittelt, interpretiert und aufgeführt werden kann. Als Paradox bleibt: dass Performance als Live-Art auf den Akt, die Aufführung selbst, beschränkt bleibt, dass sie ephemer sein soll, also nichts hinterlassen darf. Damit Performances aber als künstlerische Arbeiten zirkulieren und symbolischen oder diskursiven Status erlangen können, sind Aufzeichnungen der aufgeführten Arbeiten notwendig, die ihre Existenz beweisen. Im vorliegenden Beitrag möchte ich die verschiedenen Argumente, die in dieses Paradox eingegangen sind, nachvollziehen und an der Praxis heutiger Künstler_innen messen, die performativ arbeiten.   Mehr…

 

The Drawing of our Lives and other Practices

An introduction to the living archiving processes of Belasco New   Mehr…

 

 

 


IV  INSTABILE ORDNUNG(EN)

 

Was vermag das Archiv? Artefakt und Bewegung

Franz Anton Cramer (Berlin)

Was der Körper vermag, ist auch dem Archiv gegeben: Bewegung sinnreich zu gestalten, „in Beziehung zu setzen“ und über das bloß Präsentische des „Da Seins“ zu erheben. Wie bei der Performance selbst ist aber auch im Archiv nichts selbst-verständlich. Erst die komplexe Struktur – der Umgang mit „dem, was da ist“ – verweist über sich selbst hinaus.   Mehr…

 

Archiv Werden:  Das Projekt „re.act.feminism“ als Demonstration eines Zugangs zu Performance-Geschichte

Barbara Büscher (Leipzig / Köln)

Das Projekt re.act.feminism, von den Berliner Kuratorinnen Bettina Knaup und Beatrice E. Stammer initiiert, konzipiert und realisiert, hat über fünf Jahre in ausgreifender Weise erkundet, wie ein Anfang zu einem thematisch fokussierten Zugang zur Geschichte von Performance-Kunst gesetzt werden kann. Der thematische Fokus wie die Adressierung basieren auf einem aktuellen, neu konturierten Interesse an der Geschichte feministischer Positionen in der Kunst seit den 1960er Jahren. Die Kopplung der Formate Ausstellung, Sammlung, kontextualisierende, diskursive Veranstaltungen sowie Online-Präsentation erlaubte es, eine Reihe von Zugangsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzer_innenkreise durchzuspielen.
Die Setzungen der Projektes sollen im Folgenden vorgestellt und diskutiert werden, wobei Fragen nach dem ‚Archiv Werden‘, nach dem Sammeln von (medialen) Artefakten und Spuren vergangener Aufführungen und dem Zugang zu ihnen in verschiedenen Präsentationsformen im Zentrum stehen werden.   Mehr…

 

Protest may be performance.  Der #duranadam im Kontext des Projekts „re.act.feminism #2 – a performing archive“

Jasmin İhraç (Berlin)

Im Mai 2013 begannen in Istanbul die größten, spontan organisierten zivilgesellschaftlichen Proteste in der Geschichte der Türkei. Die Besetzung des Gezi-Parks im Zentrum von Istanbul und das Vorgehen der Polizei mit massivem Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern hatten sehr schnell zu einer breiten Solidarisierungswelle im gesamten Land geführt. Eine der dortigen Protestaktionen möchte ich im Folgenden zum Ausgangspunkt nehmen, um die Verschränkung von politischen und performativen Interventionen zu diskutieren. Um diese Aspekte zu beleuchten, setze ich die Artikulationsformate im Rahmen der Proteste in Bezug zum Projekt „re.act.feminism #2 – a performing archive“. Dabei beziehe ich mich auf die Website zum Projekt, auf der die Einträge des Archivs aufgeführt sind.   Mehr…

 

What has happened to this film? Über das Projekt „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“

Stefanie Schulte Strathaus (Berlin)

Mit seinen 8.000 Titeln spiegelt das Archiv des Arsenal – Institut für Film und Videokunst ein halbes Jahrhundert internationaler Filmkunst jenseits des Mainstreams anhand der lebendigen Geschichte einer Berliner Institution, die in ihrer Struktur weltweit einzigartig ist. In der Sammlung befinden sich Filme aus aller Welt, aller Genres, Längen und Formate. Das Arsenal versteht seine Sammlung als „Living Archive“ – ein Archiv, das nur in Bezug auf den Betrachter Bedeutung haben kann.
Für das Projekt „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“ wurden über einen Projektzeitraum von zwei Jahren (2011–2013) 37 Künstler, Filmschaffende, Performer, Musiker, Kuratoren und Wissenschaftler, sowie vier Stipendiaten des Goethe-Instituts eingeladen, Projekte aus dem Archivbestand des Arsenal zu entwickeln.
In der Umsetzung des Projekts wurde deutlich, dass Themen wie Forschung, Sicherung und Erhalt untrennbar mit heutigen Fragen zu Ausstellungspraxis, Kunstproduktion und Gegenwartspolitik verbunden sind. „Living Archive – Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“ stellt damit den Versuch einer zeitgemäßen Archivaufarbeitung dar, die nicht nur dem Selbsterhalt dient, sondern gleichzeitig Neues schafft und Zugänge herstellt.   Mehr…

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