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INTERFACES: KLANG - BEWEGUNG

Bewegungsbasierte Klangerzeugung: Marcel Ducout und die „danse sonore“

Franz Anton Cramer (Berlin/Paris)

Das Verhältnis von Musik zu Bewegung gilt als spezifisches Merkmal von Tanz. Doch sind Art und Ausmaß dieser Verknüpfung immer wieder Gegenstand radikaler Befragungen gewesen. Sie reagieren vor allem auf neue Medien und mediale Techniken, insbesondere synthetische Tonerzeugung, elektroakustische Musik und Aufzeichnungstechniken. 1937 stellt in Paris der studierte Luftfahrtingenieur Marcel Ducout die Ergebnisse seiner Experimente zur „danse sonore“ vor. Die Bewegung der Tänzerin wird dabei durch Einsatz modernster Radiotechnik in ein elektrisches Feedback-System integriert, bei dem die Bewegung die Tonhöhe und -intensität beeinflusst. Ducouts Projekt schreibt sich ein in eine lebhafte Entwicklungsdynamik zur interaktiven Klang- und Musikproduktion während der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

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SteimGeschichten

Andi Otto (Hamburg)

Der Beitrag rekapituliert einige Meilensteine der Instrumentenentwicklungen am Studio voor Elektro-Instrumentale Muziek in Amsterdam (STEIM) und zeichnet ihre Bedeutung für aktuelle Dispositive der elektronischen Musikproduktion nach. Die Bedeutung der Pionierarbeiten, die dort in den 1970er und 80er Jahren geschaffen wurden, steht im Widerspruch zu deren wissenschaftlicher Dokumentation. In den Musik-, Medien- und Theaterwissenschaften ist kaum bekannt, dass die wohl ersten Arbeiten mit Sensortechnologie und dem damals frischgetauften MIDI-Protokoll in Amsterdam stattgefunden haben, wo Michel Waisvisz bereits 1984 mit dem Musiktheater-Projekt "Touch Monkeys" sein Sensor-Interface "The Hands" vorstellte. Drehbewegungen, Beschleunigung und Fingerposition der beiden Hände werden per Datenprotokoll mit digitalen Klangerzeugern verbunden; der Performer und seine Gesten stehen damit im Zentrum der Aufführung. STEIM entwickelte für "The Hands" in den 80ern den Minicomputer "SensorLab", der die Digitalisierung und das Mapping von Sensoren ermöglicht. Neben Michel Waisvisz setzen u. a. Jon Rose, Nicolas Collins, Laetitia Sonami oder Stelarc das Gerät für ihre Arbeit ein. Der Artikel stellt einige Konfigurationen exemplarisch vor.

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Gegenseitige Durchdringung und Nicht-Behinderung

Barbara Büscher (Leipzig)

Die Zusammenarbeit von Merce Cunningham und John Cage beruhte – das ist hinreichend bekannt - auf dem grundlegenden Prinzip der getrennten Entwicklung und Erarbeitung von Klang/Musik und Tanz/Bewegung (Cunningham 1994). Für den getrennten Arbeitsprozess wurden nur Zeitklammern und die Dauer der Gesamtaufführung als gemeinsame Parameter festgelegt. Diese Trennung von Musik und Tanz bildet die notwendige Voraussetzung für die erweiterte Arbeit der Merce Cunningham Dance Company (MCDC) mit Cage und anderen Composer-Performern in den 1960er und 1970er Jahren, die die elektronischen Klänge live, in der Aufführung, generierten.
In den Aufführungen trafen zwei Performance-Systeme aufeinander, deren Beziehungen zueinander – von Simultaneität und Überlagerung über Kollisionen bis zur technischen Kopplung – unterschiedliche Formen annehmen konnten. Die Bedeutung, die einer eigenständigen Betrachtung der Sound-Performance zukommt, lässt sich an dieser historischen Konstellation spezifizieren.

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The Empress of Sound

Verena Eitel (Berlin)

Der Komponist und Klangkünstler Alvin Lucier ist einer der Mitbegründer der Live Electronic Music-Szene der 60er Jahre in den USA. Vergangenes Jahr feierte er seinen 80. Geburtstag. Im Dezember 2009 widmete sich das SOLOLALA Festival, eine Veranstaltungsreihe des ausland Berlin unter der Leitung von Gregor Hotz, Alvin Luciers Solo-Stücken. Fünf seiner Stücke wurden hierfür von fünf Performerinnen neu interpretiert, darunter zwei seiner bekanntesten, "Music for Solo Performer" (1965) und "I Am Sitting in a Room" (1970). Der Beitrag führt Interviews und Statements der Beteiligten – Performerinnen, Techniker, Lichtdesignerin und Kurator – zusammen. In dieser Vielstimmigkeit wirft er den Blick auf das Solo als Teamarbeit, die Aufführungspraxis in Musik und Performancekunst und fragt nach der inspirierenden Essenz von Luciers langjährigem Schaffen.

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