Medientheater: Erprobung der Mensch-Maschine-Interaktion
'Medientheater' meint nicht, wie der Begriff beim ersten Hören suggeriert, schlicht einen um Technologien erweiterten Raum, sondern setzt sich aus zwei sehr verschiedenen Komponenten zusammen: der klassischen, räumlichen Szene einerseits und dem Signallabor als "rechnendem Raum" (Konrad Zuse) andererseits. Seit es einen solchen rechnenden Raum gibt (später metaphorisch auch Cyber"space" genannt), existieren im Computer genuin mathematische Bewegungsformen, der Tanz von Mathematik. Tanz ist mit dem "rechnenden Raum" zu einem umfassenden Ereignis geworden: "Tanz der Elektronen" auf der Mikroebene; makroperspektivisch die Programmierung des ersten vollelektronischen Digitalrechners als raumfüllender Tanz der sogenannten ENIAC-Girls 1946. Die Elektronenröhre im Computer-Einsatz ist in der Tat ein Schauplatz, der Elektronen eine Bühne bereitet. Ein Aufsatz von 1930 über die Frequenz solcher Schwingungen erklärt: "Wir müssen zunächst den Mechanismus kennen, nach dem sich die Elektronen 'zu gemeinsamen Tanze ordnen'." [Möller 1930: 411] McLuhan definiert die Epoche der Elektrizität als Befreiung von der Gutenberg-Galaxis, also der Vorherrschaft von (Druck-)Schrift. Getanzt wurde diese Elektrizität von Loie Fuller; Felicia McCarren schreibt in diesem Zusammenhang von "the electric subject". Hier wird die Performance selbst elektrisch, und das unter den Augen des elektrischen Blicks (Bühnenbeleuchtung). [McCarren (1995]

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